Paradies mit viel Fisch und Reis

Wir „Langfahrer“ durften zum Abschluss unserer Weltjugendtagsreise Panama noch von einer ganz besonderen Seite kennen lernen. Die dritte Station unserer Reise waren die paradiesisch schönen San-Blas Inseln. Diese Inselgruppe wird von einem der sieben indigenen Stämme in Panama, den Kuna, bewohnt und autonom verwaltet.

Doch der Weg in dieses Paradies war kein leichter. Zunächst wurde unser Gepäck wieder auf den Dächern von Kleinbussen in mehreren Lagen gestapelt und wir in die Busse gepackt. Dann standen Jeeps bereit, weil der Weg über das San-Blas-Gebirge für PKWs ohne Allradantrieb viel zu steil und kurvig wäre und außerdem voller Schlaglöcher ist. Als wir dann an der Anlegestelle am Meer mit flauem Magen ankamen, ging es für uns auf kleine Boote zu einer ziemlich feuchten 40-minütigen Überfahrt auf eine Insel mit dem Namen Seni-Dub. Allein der Anblick der Insel entschädigte alle Strapazen der Überfahrt. Es sah wirklich alles wie auf einer Postkarte aus der Karibik aus: Palmen, fast weißer Sandstrand und Meerwasser, das in verschiedenen Blautönen leuchtete. Hätte uns das Meerwasser bei der Überfahrt nicht so sehr ins Gesicht gespritzt, wir wären vor Staunen mit offenen Münder im Boot gesessen.

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Unsere Bleibe auf der Inseln waren einfache Hütten, wie sie die Kuna auch bewohnen. Die Dächer waren aus Palmenblättern und die Wände aus Bambus-Ästen. Nur die für die Kuna typischen Hängematten waren durch einfache Betten ersetzt worden. Dass wir aber keine normalen Urlauber waren, merkten die Kuna, die mit uns auf der Insel lebten, um uns zu versorgen, sehr bald. Denn schon am ersten Abend feierten wir mit viel Musik auf dem Volleyballplatz der Insel Eucharistie. Unser Reisebegleiter mit dem Namen Jesús, der selbst einer der wenigen Kuna ist, die katholisch getauft sind, filmte alles und war danach ganz außer sich, denn es war wohl die erste heilige Messe, die auf dieser Insel je gefeiert wurde.

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Die Tage auf der Seni-Dub-Insel nutzen wir als Gruppe einerseits, um uns zu entspannen und den Atlantik zu genießen. Manche von uns packten die Gelegenheit beim Schopf und schnorchelten ausgiebig und entdeckten Korallenriffe, Seeigel, Seesterne und viele farbenfrohe Fische. Da wir aber auf Pilgerreise waren, nutzten wir die Zeit natürlich auch, um die Erlebnisse der letzten zwei Wochen sacken zu lassen und zu vertiefen. So standen neben der täglichen Messe, Impulse über die Papstansprachen auf dem Programm, die auch in Kleingruppen besprochen wurden. Es gab einen Nachmittag mit Zeugnissen über das Thema Berufung und eine abendliche Anbetung mit Lobpreis und Gelegenheit zum Beichtgespräch und persönlichen Segen.

Einen Vormittag ging es für uns mit dem Boot auf eine andere Insel, wo die Kuna ganz ohne Touristen nach ihren Traditionen leben. Der von uns so geschätzten Sandstrand  scheint den Kuna ziemlich egal zu sein. Stattdessen schwamm im Wasser viel Plastikmüll und die Insel war so voll gebaut, dass eigentlich kein Strand mehr übrig blieb. Jesús führte uns durch die Insel, erklärte uns den traditionellen Glauben und die Gebräuche der Kuna. Sogar der Kazike, der Häuptling der Insel, empfing uns und zeigte uns – ein wirkliches Privileg für Fremde – sein Rathaus, also die große Hütte, wo der Gemeinderat tagt und er in einer Hängematte liegend Entscheidungen trifft.

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Etwas eintönig war für uns der Speiseplan der Kuna. Das Frühstück war jeden Tag das gleiche: Rührei mit Weißbrot. Mittags wie abends gab es gebratenen Fisch, natürlich frisch gefangen, oder Hünchenschenkel, selbstverständlich immer mit Reis und etwas Salat. Man sollte aber nicht vergessen, dass es für uns Pilger Kokosnüsse gratis gab. Wir mussten sie nur finden, was bei so vielen Palmen kein Problem war, einer der Kuna schlug sie für uns auf und wir durften genießen.

Am letzten Abend feierten wir ein kleines Abschiedsfest, wo wir es uns nicht nur gut gingen ließen, tanzten und die letzten Süßigkeiten verputzten, sondern jeder auch eingeladen war, sein persönliches Highlight des Weltjugendtages kurz vorzustellen. Zur Belohnung gab es ein Stück Ananas. Und so durften wir lauschen, wie diese Tage in Panama jeden ganz persönlich tief bewegt und wohl auch verändert hatten. Für zwei von uns sogar so sehr, dass sie sich – auch motiviert durch die Worte des Papstes – verlobten.

sdr

So bleibt zum Schluss nur eines zu sagen: Gott sei Lob und Dank für diese drei Wochen! Es waren unvergesslich schöne und gesegnete Tage!

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